Ernesto

Triest im Jahre 1911. Der attraktive 17jährige Ernesto lebt mit seiner verwitweten Mutter bei seinem Onkel und arbeitet als Bürogehilfe in einer Handelgesellschaft. Eines Tages verabredet er sich mit einem Arbeiter aus der Firma. Ernesto ist klar, was der Mann von ihm will - aus Neugier beginnt er mit ihm eine leidenschaftliche schwule Beziehung. Nach einem Besuch bei einer Prostituierten erlischt jedoch sein Interesse an dem Mann und er geht ihm aus dem Weg. Als Ernesto Violinunterricht nimmt, begegnet er bei einem Konzert dem wunderschönen Emilio und seiner Zwillingsschwester Rachel. Beide verlieben sich in ihn. Eine mögliche Heirat mit Rachel löst das Problem: der Ménage-à-trois steht nichts mehr im Wege. Sind die Jahre der Spontaneität und der sexuellen Entdeckungsreisen also schon vorbei?


Ernesto basiert auf dem Skandalroman von Umberto Saba, skandalös wegen der freimütigen Darstellung einer schwulen Beziehung zwischen einem erwachsenen Mann und einem Heranwachsenden. Der Film hat weltweit zahlreiche Preise gewonnen, u.a. den "Silbernen Bären" der Berlinale 1979. Seine ironisch witzige Grundstimmung wird immer wieder mit den besten Filmen von François Truffaut verglichen. Nichts zuletzt garantieren Martin Halm in der Titelrolle, die Filmlegende Michele Placido als sein proletarisches Verhältnis und Italiens Filmgöttin Virna Lisi als Ernestos Mutter diesem Film einen absoluten Kultstatus.